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Das 2. Trimester – und alles wird besser?

Wie viele andere Schwangere hatte auch ich im 1. Trimester mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder auch Appetitlosigkeit zu kämpfen (das kannst du hier nachlesen). Da man überall liest, dass es im 2. Trimester besser wird, freute auch ich mich auf diese Zeit. Obwohl ich schon wusste, dass mein komischer Geschmackssinn (ich mag ja ganz vieles nicht, wenn ich schwanger bin) wohl bleiben würde. Ausserdem sollte man ab dem 2. Trimester nicht mehr schwer tragen (ja, ein guter Tipp, der mit einem kleinen Kind zu Hause nicht umsetzbar ist!) und sich damit auseinander setzen, ob man einen Schwangerschaftsvorbereitungskurs besuchen möchte (mit oder ohne Partner). Hier kommt mein Erfahrungsbericht zum  zweiten Trimester:

Gewichtszunahme und Sport im 2. Trimester

Bei vielen Freundinnen hörte die Übelkeit nach der 12. Schwangerschaftswoche auf, sie mochten wieder mehr essen, es war ihnen weniger übel. Auch mir war weniger übel und der Appetit nahm zu, somit auch mein Gewicht. Doch alles, was ich vorher nicht essen mochte, konnte ich auch weiterhin nicht.

Neu war das Gefühl der Unbeschwertheit: Ich weiss nicht, ob es daran lag, dass ich nach dem grossen Organscreening in der 13. Woche erleichtert war, dass alles gut war mit meinem Würmchen im Bauch, oder ob es daran lag, dass der Embryo nun alle wichtigen Bausteine zu einem menschlichen Körper zusammengesetzt hatte und von jetzt an eigentlich nur noch wachsen musste. Jedenfalls ging es mir ab der 13. Woche wirklich sehr viel besser. Schon bei meiner ersten Schwangerschaft nahm ich im mittleren Trimester am meisten zu. Doch obwohl ich es beobachtete und der Arzt es ebenfalls aufschrieb – mir war es egal. Ich achtete auf mich, auf eine gesunde Ernährung – für mich und mein Baby. Ich konnte mich hier glücklich schätzen, dass mein Körper nicht nach Zucker und Ungesundem verlangte, sondern nach vollwertigen Kohlehydraten, viel Gemüse und Früchten. Es wäre ziemlich falsch, zu diesem Zeitpunkt eine Diät zu machen. Die Faustregel ist: gesunde, ausgewogene Ernährung, von allem ein bisschen und dazu Bewegung. Meine liebsten Nahrungsmittel in der Schwangerschaft sind: Vollkornbrot, Salate und rohes Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Süsskartoffeln, Mangold, Spinat, Mandeln, Cashews und Erdnüsse (gesalzen), Naturjoghurt, Himbeeren, Äpfel und Käse.

Endlich fühlte ich mich besser und mein Körper wieder fitter, ich bewegte mich im 2. Trimester sehr viel mehr als im ersten. Ich ging wieder 1-2x pro Woche ins Fitness, auf den Crosstrainer und machte 1x in der Woche zu Hause Yoga mit Beckenbodenübungen. Die Theorie stimmt somit: im 2. Trimester mag man am besten und dann sollte man auch grössere Reisen planen, da der Bauch dann noch nicht zu gross ist und man sich fit fühlt. Wer keinen Sport macht, sollte jetzt nicht damit beginnen, aber sich regelmässig bewegen und an die frische Luft gehen tut immer gut.

Jetzt wächst der Bauch – Tipps zur Umstandsmode

Ja, ich merkte in der zweiten Schwangerschaft schon früher, dass der Bauch wächst. Ab der 10. Woche dachte ich, jeder sieht mir die Schwangerschaft an. Doch ich wartete dieses Mal (nach einem schlechten Erlebnis ist man vorsichtiger) und erzählte wirklich erst nach dem grossen Ultraschall meinem grösseren Umfeld, dass ich schwanger war. Es ging dann nicht mehr lange und meine Hosen wurden mir zu klein. Jetzt war Umstandsmode angesagt. Und dann musste sie noch der Jahreszeit angepasst sein. Leider passte nicht mehr alles mit der ersten Schwangerschaft überein. Ich empfehle hier, von Freundinnen so viel wie möglich auszuleihen. Klar hatte ich auch eine Kiste voll mit Kleidung –  ich konnte es nicht lassen, trotzdem ab und zu shoppen zu gehen. Für die kalten Tage habe ich mir eine Jacke ausgeliehen, und für die ganz heissen Tage bekam ich diverse Kleidchen von meiner Schwester oder einer Freundin. Man braucht die Sachen ja auch nicht so lange, da wäre es schade, zu viel zu kaufen. Auf jeden Fall Sinn machen  Leggins, eine bequeme Schwangerschafts-Trainerhose (die ich zu Hause eigentlich IMMER trage) und gute BHs, die auch Still-BHs sind und die man später (oder mehrere Monate nach der Geburt) noch weiter brauchen kann. Gerade die BH’s und Trainerhosen ziehe ich fast täglich an, da lohnt es sich, auf Bequemlichkeit zu achten.

Weitere Wehwehchen während der Schwangerschaft: meine Tipps

Welche weiteren Schwangerschaftsbeschwerden hatte ich im 2. Trimester? Manchmal etwas Sodbrennen oder saures Aufstossen. Das gehört dazu, denn das Baby braucht immer mehr Platz. Meine Tipps hier: nie  zu grosse Portionen essen, lieber mehrere kleine, genug trinken und am Abend kein Quark oder Joghurt oder zu viel Eiweiss. Keinen Kaffee, keine sauren oder scharfen Gerichte, keine Kohlensäure.

Ich litt zudem unter Verstopfung – ein normales Leiden von Schwangeren. Als mein Arzt noch einen leichten Eisenmangel feststellte, nahm ich Tabletten und hatte noch mehr Verstopfung. Mein Tipp hier: am Morgen 1 EL Leinsamen ins Müsli und danach viel trinken! Zudem viele Ballaststoffe zu sich nehmen, also Gemüse und Obst und Vollkorngetreide.

Meine Haut war bereits zu Beginn der Schwangerschaft sehr trocken. Ich cremte sogar mein Gesicht am Abend mit sehr fettigen Cremes ein. Den Bauch öle ich seit der 7. oder 8. Woche zweimal täglich ein und nach jedem Duschen bekam mein Körper eine dicke Cremeschicht, die die Haut gut nährt. Gerade wenn man noch am Arbeiten ist oder allenfalls schon ein kleines Kind zu Hause hat ist es wichtig, sich ab und zu etwas Gutes zu tun und seinem Körper mal eine Extrapflege zu schenken. Sich einen Wohlfühl-Moment gönnen, eine Massage, einen Thermalbad-Besuch oder sich eine Stunde lang in die warme Badewanne legen – das ist alles Balsam für die Seele.

Das 2. Trimester verfliegt

Irgendwie verging die Zeit nach Bekanntgabe meiner Schwangerschaft schneller. Ich gehöre eher zu den ungeduldigen Menschen, aber bald schon kam die 20. Schwangerschaftswoche und damit der grosse Ultraschall, bei dem nochmals alle Organe gut angeschaut werden. Jetzt könnte man beispielsweise einen Herzfehler erkennen. Jeder Ultraschall war bisher spannend, die Arme, Händchen, das Gesicht zu sehen und jedes Mal wieder: die Sicherheit, dass alles gut ist! Ich versuchte so oft wie möglich, die Schwangerschaft zu geniessen – doch ist es nicht wie beim ersten Mal: mit kleinem Kind zu Hause, Arbeit, Haus und Garten wird die Zeit einfach knapp. Immer öfter tauchten nun auch Fragen auf: wie wird es wohl mit zwei Kindern? Werde ich alles schaffen? Wie wird mein kleiner Grosser reagieren? Er wird schliesslich immer mehr darauf vorbereitet, dass er grosser Bruder wird!

Meine 3 Must-Haves für das 2. Trimester

  • Bequeme Umstands-Trainerhosen und Leggins kaufen
  • Leinsamen gegen Verstopfung
  • Massage-Öl gegen Dehnungsstreifen (zusammen mit einer Massagebürste).

Wie es im dritten Semester weitergeht, werde ich euch bald berichten.