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Sanft abstillen

Das Abstillen ist idealerweise ein Prozess, der sich über Monate hinzieht. So kannst nicht nur Du, sondern auch Dein Baby, sich jeweils auf persönliche Art davon verabschieden. Wenn Du schnell oder zu einem bestimmten Zeitpunkt abstillen möchtest oder musst, gibt es dafür entsprechende Medikamente.

Die offizielle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet, bis zum sechsten Monat ausschliesslich zu stillen. Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) formuliert ihre Empfehlungen bewusst offen und sagt: Wie lange Dein Kind gestillt wird, entscheidest Du. Das heisst, Du musst nicht so lange stillen. Aber: Die Stillbeziehung darf so lange dauern, wie es für Dich und Dein Kind stimmt.

Es ist immer möglich abzustillen – je nach Zeitpunkt bewähren sich unterschiedliche Methoden. Hast Du Dich entscheiden, unmittelbar nach der Geburt abzustillen, kann die natürliche Milchbildung durch die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten unterdrückt werden. Nachteil: mögliche Nebenwirkungen, die Unterdrückung der Milchbildung gelingt nicht immer, die Gebärmutterrückbildung ist verlangsamt und die Entscheidung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Beim Abstillen ohne Einnahme von Medikamenten wird das Baby nicht angelegt. Zwar kommt die Milchbildung in der Regel trotzdem in Gang. Die Brüste werden durch Milchabpumpen entlastet. Wird die Milch nicht vollständig oder nur selten entnommen, bildet sie sich natürlicherweise zurück. Diese Methode beinhaltet die Möglichkeit, den Entscheid rückgängig zu machen.

Auch beim Abstillen im Verlauf der ersten sechs Monate nach der Geburt, kann die Mutter wählen, ob mit oder ohne Medikamente abgestillt wird. Beim Abstillen mit Medikamenten ist es wichtig, dass durch Wickeln, Kühlen und Entleeren ein Milchstau verhindert wird. Das Abstillen ohne Medikamente bietet die Möglichkeit, sich langsam an die veränderte Situation zu gewöhnen. Die Stillmahlzeiten werden nach und nach reduziert. Die Muttermilch wird durch Säuglingsanfangsnahrung ersetzt. Der Abstillprozess kann dem Tempo der Mutter und dem kindlichen Bedürfnis angepasst werden. Teilweises Abstillen kann beispielsweise für berufstätige Mütter eine gute Möglichkeit sein. Während der Trennung wird das Kind mit Säuglingsmilch ernährt, zu Hause kann die Mutter weiterhin stillen.

Beim Abstillen nach den ersten sechs Monaten bietet sich zusätzlich zu den beschriebenen Methoden auch die Einführung von Beikost als Abstillunterstützung an. Möchtest Du in dieser Zeit allmählich abstillen, kannst Du die Stillmahlzeiten nach und nach durch Beikost ersetzen. Dies wird einige Monate dauern, denn Essen-Lernen ist ein langsamer Prozess. Willst Du diesen beschleunigen, kannst Du Deinem Kind zusätzlich Säuglingsmilch anbieten.

Der Abstillprozess kann für Dich und Dein Kind belastend sein. Deshalb ist es ideal, wenn Du Dir dafür genug Zeit nehmen kannst. Liebevolle Zuwendung und viel Körperkontakt sind jetzt noch wichtiger. Für welche Art des Abstillens Du Dich auch immer entscheidest, trinke auf jeden Fall auch in dieser Phase genügend. Insbesondere, wenn Du mit Medikamenten abstillst. Denn eine genügende Flüssigkeitszufuhr kann die Nebenwirkungen der Präparate vermindern.

Die Beikost einführen Der erste Brei

So innig das Stillen ist, nach einigen Monaten interessieren sich Babys mehr und mehr fürs Essen. Dann ist es Zeit, die sogenannte Beikost einzuführen.

Wenn Dein Kleines beim Essen grosse Augen macht, dann zeigt es damit, dass es bereit ist, neue Nahrungsmittel auszuprobieren! In der Regel ist dies ungefähr ab dem 6./7. Monat soweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschliesslich zu stillen. Danach ist es nach und nach möglich, Beikost einzuführen.

Als Beikost gelten alle flüssigen, halbflüssigen und festen Lebensmittel, mit Ausnahme der Muttermilch sowie Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen. Dazu gehören beispielsweise selbsthergestellte Milch- und Getreidebreie sowie Gemüse- und Fleischbreie sowie auch die Breie in industriell hergestellten Gläschen. Während der Einführung der Beikost sollte zunächst weitergestillt werden, da die Muttermilch die Beikost gut ergänzt und so eine bedarfsgerchte Ernährung im ersten Lebensjahr gewährleistet ist. Natürlich dürfen auch mit Flaschenmilch ernährte Babys ungefähr ab diesem Alter mit der Beikost Bekanntschaft machen, jedoch nicht früher, denn bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Babys noch mit dem Reifungsprozess von Magen, Darm, Galle und Niere beschäftigt, die zur Verstoffwechslung von Beikost gebraucht werden. Mit rund 7 Monaten sind sie dann in der Lage, sich mit den zusätzlichen Nährstoffen und der zusätzlichen Energie gesund weiterzuentwickeln. Beikost bietest Du Deinem Kind mit dem Löffel an und nicht als Flüssignahrung aus der Flasche oder dem Becher. Auch erste Erfahrungen mit dem Selbstfüttern gehören zur Einführung der Beikost. Im Alter von 7 bis 8 Monaten kannst Du Deinem Kind zur Ergänzung der Mutter- oder Flaschenmilch 2 bis 3 mal täglich Beikost anbieten, im Alter von 9 bis 11 Monaten 3 bis 4 mal täglich. Anfangs pürierst Du die Beikost und später, wenn dann die ersten Zähnchen kommen, darfst Du Deinem Kind halbfeste Nahrung geben, die es neben den ersten Kauversuchen zwischen dem Gaumen zerdrücken kann. Um den 10. Lebensmonat kann es dann am normalen Familienessen teilnehmen. Nur gewürzt werden sollten seine Portionen noch nicht.

Die Empfehlungen für die optimale Einführung der Beikost basieren auf dem Ernährungsplan, welcher von der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE erarbeitet wurde (siehe Grafik). Viele Mütter beginnen mit einem pürierten Gemüse – beispielsweise Rüebli – als Mittagsmahlzeit. Nimm am besten Bioprodukte, dann ist Dein Kind vor Schadstoffen geschützt: Einfach Gemüse schonend kochen und anschliessend pürieren. Wenn es sich an seinen ersten Gemüsebrei mit jeweils nur einem Gemüse gewöhnt hat und diesen gut verträgt und gerne isst, kannst Du diesen mit einem Stärkeprodukt (z.B. verstampften Kartoffeln oder Hülsenfrüchten) und etwas Rapsöl anreichern. In einem weiteren Schritt wird fein püriertes Fleisch dazu gegeben. Kommt das alles gut an, wird im nächsten Schritt ein Milch-Getreide-Brei eingeführt. z.B. als zusätzliche Mahlzeit am Nachmittag oder Abend. Als Variante bieten sich auch Getreide-Frucht-Breie an.

Da heutzutage viele Babys mit einem erhöhten Allergierisiko auf die Welt kommen, solltest Du Dich diesbezüglich mit Deinem Kinderarzt beraten und bei Hinweisen auf eine Allergie keine allegieauslösenden Nahrungsmittel füttern. Falls Du für Dein Kind eine vegetarische oder vegane Ernährung ins Auge fasst, solltest Du Dich vorgängig sehr gut darüber informieren und genau abklären, was es dafür braucht, so dass sich Dein Kind gesund entwickeln kann.

Füttern mit dem Fläschchen

Es kann viele Gründe geben, sich gegen das Stillen zu entscheiden. Doch wenn das Kind nicht gestillt wird, sollten in den ersten vier Monaten Anfangsnahrungen gegeben werden, weil diese den Bedürfnissen des Säuglings am besten angepasst sind.

Natürlich ist Muttermilch die perfekte Nahrung für jedes Baby. Doch auch ungestillte Kinder können sich gesund entwickeln und stellen sich relativ problemlos auf Ersatznahrung im Fläschchen um. Manchmal kann es anfangs zu Verdauungsstörungen kommen, bei denen Du immer Rat vom Kinderarzt einholen solltest. Ein Vorteil der Flaschennahrung liegt in der Möglichkeit, sich als Eltern – oder auch mit anderen Betreuungspersonen – beim Füttern abzuwechseln. Wichtig ist jedoch genauso wie bei gestillten Kindern, dass der Körperkontakt beim Füttern nicht zu kurz kommt. Deshalb gilt: Das Baby beim Füttern nah an sich herannehmen und eine wohltuende Wärme herstellen, während des Fütterns Blickkontakt halten und sanft mit ihm sprechen. Denn beim Füttern tankt das Kind nicht nur Nahrung, sondern auch Zuwendung und Liebe.

Das Baby braucht in 24 Stunden rund sechs bis acht Flaschenmahlzeiten. Sind im familiären Umfeld Allergien bekannt, ist es ratsam, hypoallergene Ersatzmilch zu verwenden. Das kann das kindliche Allergierisiko deutlich senken. Ansonsten solltest Du Dich für eine Pre-Nahrung – eine Startmilch für die ersten vier bis sechs Lebenswochen – entscheiden, denn sie ist der Muttermilch am ähnlichsten und enthält keine zusätzlichen Kohlenhydrate in Form von Zucker und Stärke. Pre-Nahrung kann daher wie Muttermilch nach Bedarf gefüttert werden. Danach kann auf Anfangsmilch, zuerst auf die 1er-Milch und etwa ab dem 6. Lebensmonat auf die 2er-Milch umgestellt werden. Lass Dich dazu von Deinem Kinderarzt beraten. Fertige Babynahrung verwendest Du nach den Angaben auf der Packung. Wichtig ist, das Fläschchen immer erst kurz vor dem Gebrauch zuzubereiten und die Milch innerhalb einer Stunde zu verbrauchen und Nahrungsreste niemals aufzuheben. So kann eine fürs Baby gefährliche Keimbildung in der Nahrung verhindert werden. Ausserdem müssen Fläschchen und Sauger vor dem Gebrauch immer sterilisiert werden. Verwende für die Zubereitung immer abgekochtes Wasser, mit dem das Pulver in der Flasche angerührt wird. Bevor Du das Fläschchen Deinem Kind zum Trinken gibst, prüfe immer die Temperatur der Milch. Diese sollte etwa körperwarm sein. Dafür gibst Du einen Tropfen auf Dein Handgelenk, so merkst Du schnell, ob es noch zu heiss ist.

Pre-Milch ist wegen der Ähnlichkeit zur Muttermilch auch geeignet für die Zwiemilchernährung (Stillen und Flaschenernährung parallel). Diese Form der Ernährung wird empfohlen, wenn Du zu wenig Milch hast, teilweise wieder arbeitest oder aus anderen Gründen zufüttern möchtest oder musst. Du kannst entweder jedes Mal zuerst Stillen und anschliessend etwas künstliche Milch anbieten oder abwechseln. Nach jeder Mahlzeit sollte das Baby ein Bäuerchen machen. Hebe das Kind dafür hoch, lege es an Deine Schulter und klopfe ihm leicht auf den Rücken. Verschluckte Luft kann so über den Mund entweichen und keine schmerzhaften Blähungen oder Koliken hervorrufen.

Muttermilch auf Vorrat

Wenn Du arbeitest oder Du Dir ab und zu ein wenig Unabhängigkeit bewahren möchtest, kannst Du Deine Muttermilch selbstverständlich auch abpumpen. So können auch Dein Partner, Grosseltern und Babysitter Dein Kind mit dem Fläschchen füttern, so dass Du ein paar Stunden für Dich geniessen kannst. Zum Abpumpen gibt es mechanische und strombetriebene Modelle. Lass Dich nicht entmutigen, wenn es beim ersten Mal nicht klappt – teste daher ruhig mehre Varianten und finde heraus, was für Dich am besten passt.

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Die Ernährung während der Stillzeit Das tut Dir jetzt gut!

Genau wie während der Schwangerschaft hat die Ernährung auch in der Stillzeit einen grossen Einfluss auf das Baby. Worauf solltest Du besonders achten und welche Vitamine und Nährstoffe sind jetzt wichtig?

Vergiss bei aller Fürsorge rund um Dein Baby Dich selbst nicht. In der Stillzeit ist eine gesunde Ernährung ebenso wichtig wie in der Schwangerschaft, so dass Du gesund und fit bleibst. Grundsätzlich gelten die gleichen Empfehlungen – nämlich eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Milch, Fleisch und wertvollem Pflanzenöl. Vorsichtsmassnahmen betreffend Rohmilchprodukten, rohem Fleisch und Fisch sind nicht mehr notwendig. Auf Kaffee und schwarzen Tee musst Du nicht unbedingt verzichten. Bis zu drei Tassen pro Tag sind in Ordnung, allerdings wird empfohlen, diese jeweils nach dem Stillen zu trinken. Für das Baby ist es von Vorteil, wenn Du auch in der Stillzeit keinen Alkohol trinkst. Dein täglicher Kalorienbedarf steigt in der Stillzeit etwa um 300 bis 500 Kalorien, die Du mit frischem oder getrocknetem Obst oder Vollkornprodukten schnell wieder drin hast. Viele stillende Mütter haben Lust auf kleinere, dafür häufigere Portionen. Mache jedoch auf keinen Fall eine Radikaldiät. Damit würdest Du nicht nur riskieren, dass die Milchproduktion nachlässt, sondern auch, dass giftige Schwermetalle, die sich im mütterlichen Fettgewebe eingelagert haben, in die Muttermilch übergehen. Als vertretbar gilt eine sanfte Gewichtsreduktion von etwa 2 Kilo pro Monat. Wichtig ist auch, dass Du genügend trinkst – 2 bis 3 Liter sind ausreichend. Wähle Wasser, Kräutertee und verdünnte Säfte. Die Zusammensetzung Deiner Milch hängt nur wenig mit Deiner momentanen Ernährung, sondern eher mit den langfristigen Essgewohnheiten zusammen. Bei einem Mangel an abwechslungsreicher Kost kannst Du Dich deshalb in der Stillzeit ausgelaugt und kraftlos fühlen, weil Deine Reserven für die Milchproduktion angezapft werden. Der Grund für das Bauchweh Deines Babys liegt deshalb meistens nicht an Deinem Speiseplan, sondern weil sein Darm noch nicht ausgereift ist. Dies ist erst mit ungefähr 12 bis 16 Lebenswochen der Fall.

Nur in seltenen Fällen können allergieauslösende Stoffe aus der Nahrung der Mutter über die Muttermilch zum Baby übergehen. Wenn Du so etwas vermutest, streiche das verdächtige Nahrungsmittel für zwei Wochen aus Deinem Speiseplan. Beobachte, ob es dem Baby besser geht. Wenn sich sein Zustand verschlechtert, sobald Du dieses Nahrungsmittel wieder isst, solltest Du bis zum Ende der Stillzeit darauf verzichten. Grundsätzlich gilt aber: Du kannst essen, was Du möchtest. Die früher weit verbreitete Annahme, dass das Baby durch das, was Du isst, vermehrt zu Koliken, Blähungen und wundem Po neigen könnte, ist in vielen wissenschaftlichen Studien nicht bestätigt worden.

Übrigens gilt auch für Medikamente, die während der Stillzeit eingenommen werden, das Gleiche wie in der Schwangerschaft: Sie müssen für stillende Mütter zugelassen werden. Falls Du Medikamente brauchst, erwähne in der Apotheke oder Drogerie, dass Du stillst und lass Dich entsprechend beraten.

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Tipps rund ums Stillen

Jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus: Stille es deshalb nach seinem Bedarf – auch in der Nacht. Wichtig dabei ist eine entspannte Haltung und die Stillposition, um alle Bereiche der Brust gut zu entleeren.

Wenn Du spürst, dass Dein Baby hungrig ist, suchst Du Dir einen ruhigen Ort. Ganz egal wo immer Du stillen möchtest, mach es Dir vorher bequem, vielleicht mit einem Kissen oder einem speziellen Stillkissen. Stelle Dir nach Möglichkeit ein Glas Wasser oder Tee bereit und nimm dann Dein Kind zu Dir. Sprich mit ihm und sage ihm, dass es jetzt gleich etwas Feines zu trinken gibt. Gleichzeitig bringst Du Dein Kind in die Stillposition. Stillen kannst Du im Sitzen, zum Beispiel in der Wiegehaltung: Sie ist unkompliziert und kann fast überall angewendet werden. Wenn Du Deinen Arm mit einem Kissen unterstützt, kannst Du ganz entspannt stillen. Die Seiten- oder Rückenhaltung eignet sich bei unruhigen Kindern. Mit der Hand lässt sich der Kopf des Kindes leicht und gezielt an die Brust ziehen. Diese Position hilft, die Milchgänge in Richtung Achsel gut zu entleeren. Stillen im Liegen ist vor allem in der Nacht ideal oder immer dann, wenn Du Dich ausruhen oder vielleicht sogar ein bisschen schlafen möchtest. Dazu legst Du Dich entspannt auf eine Seite und positionierst Deinen Kopf auf dem Arm. Lege Dich Bauch an Bauch zu Deinem Kind, so dass sich sein Mund auf der Höhe Deiner Brustwarze befindet. Mit Deinem oberen Arm stützt Du seinen Kopf und seinen Rücken. Biete ihm nun Deine Brust an und vergewissere Dich, dass es Brustwarze und Warzenhof im Mund hat und gut saugt.

Ein voll gestilltes Baby braucht während der ersten sechs Monate keine zusätzliche Nahrung. Die tägliche Trinkmenge kann schwanken. Du hast vielleicht ab und zu das Gefühl, Du hättest plötzlich zu wenig Milch. Lass Dich nicht verunsichern. Dadurch, dass Dein Kind hungriger ist, möchte es mehr trinken. Wenn Du es deshalb mehr anlegst, regt dies die Milchbildung ebenfalls mehr an. Nach etwa zwei Tagen pendelt sich so der normale Stillrhythmus wieder ein. Zeichen für genügend Milch sind fünf bis sechs nasse Windeln pro Tag sowie mehrmals täglich Stuhlgang in den ersten Wochen. Ausserdem ist es nach den Mahlzeiten meist zufrieden, entspannt und macht einen gesunden Eindruck, d.h. es hat eine gesunde Farbe, eine elastische Haut und ist seinem Alter entsprechend aufgeweckt und aktiv.

Wichtig in den ersten Tagen ist, dass Du so viel wie möglich mit Deinem Neugeborenen zusammen bist – Tag und Nacht. So lernst Du seine Bedürfnisse besser kennen und kannst gleichzeitig das Stillen mit ihm üben. Stille es, so oft es dies wünscht. Halte es beim Stillen nahe an Deinem Körper und achte darauf, dass es die Brust gut erfasst hat. Wechsle die Seiten beim Stillen nach etwa 15 bis 20 Minuten. Gib Deinem Kind nur die Brust und vermeide Nuggi, Schoppen und Brusthütchen, damit es in seinem Saugverhalten an der Brust nicht verwirrt wird. Pflege Deine Brustwarzen nach jedem Stillen mit etwas Milch. Einfach etwas Deiner Milch rund Warze und Warzenhof einreiben und an der Luft antrocknen lassen. Das hilft, die gereizte Haut unempfindlicher zu machen. Bist Du unsicher oder tauchen Probleme auf, kannst Du jederzeit Deine Hebamme, eine Stillberaterin oder auch in der Mütterberatung Deines Wohnortes um Rat fragen.

Das erste Stillen

Die Natur hat es so eingerichtet, dass Du Dein Baby ganz allein ernähren kannst. Dein Körper hat sich bereits während der Schwangerschaft darauf vorbereitet – denn Deine Milch ist die ideale Nahrung für Dein Kind.

 An Deiner Brust bekommt Dein Kind alles, was es in den ersten Monaten an Nahrung benötigt. Sie ist perfekt auf den kindlichen Organismus abgestimmt und enthält nicht nur alle wichtigen Nähr- und Abwehrstoffe, sondern ist auch jederzeit und immer in der richtigen Temperatur und keimfrei vorhanden. Sie besteht zu 88 Prozent aus Wasser, daneben enthält sie Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine und Eisen. Damit Du einen möglichst optimalen Start in die Stillzeit hast, sollte Dein Baby direkt nach der Geburt auf Deiner nackten Haut liegen dürfen, das weckt seinen Suchreflex. Gib ihm Zeit und erlaube ihm, in Ruhe nach Deiner Brustwarze zu suchen und zu saugen, so lange es möchte. Am Anfang produziert die Brust sogenannte Vormilch (Kolostrum), die wichtige Vitamine und Immunstoffe enthält. Nach und nach verändern sich Eiweiss-, Kohlenhydrat- und Fettgehalte und stellen sich laufend auf die sich wandelnden Bedürfnisse des Neugeborenen ein. Deine Milch ist aber nicht nur die perfekte Nahrung: Während des Stillens entsteht durch den Körperkontakt und die Zuwendung auch eine besonders enge Beziehung zwischen Dir und Deinem Baby. Zudem versorgt die Muttermilch das Kind mit Immun- und Abwehrstoffen und schützt es so vor Krankheiten. Stillen begünstigt ausserdem die optimale Entwicklung der Gesichts- und der Mundmuskulatur sowie des Kiefers. Auch für die stillende Mutter selbst bietet das Stillen Vorteile: Die Stillhormone fördern die Rückbildung der Gebärmutter und senkt ausserdem das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Nicht zuletzt entlastet Stillen das Portemonnaie und die Umwelt.

Aus medizinischer Sicht können über 98 Prozent der Mütter stillen. Das macht doch Mut, oder? Habe Geduld, auch wenn der Milcheinschuss zunächst etwas auf sich warten lässt. Das Baby hat genügend Reserven für die ersten Tage. Der ganze Prozess, bis die Muttermilch richtig fliesst, umfasst nach der Geburt ungefähr zehn Tage und auch danach kann es noch etwas dauern, bis die Menge genau den Bedürfnissen des Babys entspricht. Wichtig ist, dass Du Dich ganz auf den Rhythmus Deines Babys einlässt und nicht nach festen Zeiten stillst, sondern immer dann, wenn es nach der Brust verlangt. Trinke rund 3 Liter Wasser oder auch Tee, das regt den Milchfluss an. Nimm also Dein Kind nahe an Dich heran – Deine Hebamme wird Dir die richtige Anlegetechnik genau zeigen. Die ersten Züge können leicht schmerzhaft sein, doch das lässt rasch nach, wenn die Milch zu fliessen beginnt.

Lass dann Dein Baby so lange trinken wie es möchte. Gerade in den ersten Tagen ist es sehr wichtig, dass es lange saugen darf, weil das Deinem Körper das Signal gibt, dass da ein Neugeborenes Hunger hat. Stelle Dich darauf ein, dass das Stillen anfangs sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb mache es Dir so bequem wie möglich und lass das Baby an beiden Brüsten trinken. Wechsle dabei die Reihenfolge ab – mal links, dann rechts usw. Wichtig: Gönne Dir viel Ruhe und achte auf eine gesunde Ernährung während der Stillzeit.

Nicht immer klappt gleich alles von Anfang an reibungslos mit dem Stillen. Frage bei Problemen oder Beschwerden eine Stillberaterin, Deine Hebamme oder später in der Mütterberatung um Rat. Falls Du nicht stillen möchtest oder nicht stillen kannst, stehen Dir diese Fachfrauen jederzeit unterstützend zur Seite.

Hilfe und Unterstützung

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Trotzdem ist es eine Fähigkeit, die jede Mutter erst erlernen muss. Wenn Du bei Problemen nicht mehr weiter weisst, suche Rat bei einer Fachperson (siehe unten). Jede Mutter hat Anrecht auf drei Stillberatungen (Vergütung durch die Krankenversicherung).

Kostenlose Stillberatungen bekommst Du bei den Stillberaterinnen der La Leche League Schweiz.

Bei folgenden Stellen erhältst Du Informationen zu Adressen von Fachpersonen in Deiner Nähe:

Still- und Laktationsberaterinnen
Berufsverband Schweizerischer Stillberaterinnen (BSS) BSS c/o Manuela Eggli, Eichwaldstr. 5, 3294 Büren a.A.
Tel 077 533 97 01
E-Mail: office@stillen.ch

La Leche League Stillberaterinnen und -treffen
La Leche League Schweiz, Postfach 197, 8053 Zürich
Tel./Fax 044 940 10 12
E-Mail: info@lalecheleague.ch

Hebammen
Schweizerischer Hebammenverband, Geschäftsstelle Rosenweg 25 C, Postfach, 3000 Bern 23
Tel. 031 332 63 40, Fax 031 332 76 19
E-Mail: info@hebamme.ch

Mütter- und Väterberatung

Schweizerischer Fachverband Mütter- und Väterberatung (SF MVB)
c/o polsan, Effingerstrasse 2, 3011 Bern
Tel. 062 511 20 11
E-Mail: info@sf-mvb.ch

Deine Ärztin oder Dein Arzt

Elternnotruf

24 Stunden Hilfe und Beratung: 0848 35 45 55

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