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Gesunde Ernährung – von Anfang an

Kinder entwickeln sich nur mit der richtigen Ernährung optimal – Grund genug, sich gleich nach der Geburt Gedanken rund ums Essen zu machen: Stillen oder Fläschchen? Fertigkost oder Selbstgekochtes? Dies sind nur zwei von vielen Fragen, die nun auf Dich zukommen.

In den ersten Lebensmonaten wirst Du Dein Kind ausschliesslich mit Milch ernähren, entweder in Form von Muttermilch oder mit Säuglingsmilchen. Grundsätzlich ist klar, dass Stillen für das Baby die ideale Ernährung ist, weil die Muttermilch genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Doch auch wenn Du aus persönlichen oder medizinischen Gründen nicht stillen kannst oder möchtest, brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben. Die modernen Milchnahrungen liefern ebenfalls alles, was Dein Kind für eine gesunde Entwicklung braucht. Sobald das Baby mit etwa 6 bis 12 Monaten nach fester Nahrung verlangt, steht schon wieder eine Entscheidung an: Fertigbreie oder Selbstgekochtes? Auch hier wieder gibt es keine generelle Empfehlung. Wichtig ist es jedoch, dass Du bei Menüs in Gläschen auf eine gute – möglichst Bioqualität – achtest. Die Produkte aller Babynahrungen werden streng kontrolliert. Zudem sind sie schnell und einfach aufzuwärmen, was sie auch unterwegs zu einer idealen Mahlzeit macht. Fürs Selberkochen spricht hingegen, dass Du das saisonale Obst- und Gemüseangebot nutzen kannst. Ausserdem kannst Du auf die Vorlieben Deines Babys eingehen und bei der Menüzusammenstellung frische Gemüse-, Obst- Fleisch-, Fisch- und Getreidesorten möglichst ausschliesslich aus biologischem Anbau verwenden.

Sobald Dein Baby mit am Familientisch isst, gelten die gleichen Empfehlungen wie für die grösseren Kinder und Erwachsene, nämlich möglichst abwechslungsreich zu essen. Abwechslung und Vielfalt bei der Lebensmittelwahl und Zubereitung tragen zu einer guten Versorgung mit Nährstoffen bei. Und während die Erwachsenen zuständig sind für die Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel, dürfen die Kinder bestimmen, wie viel sie davon essen. Denn die Kleinen haben bereits ein gutes Gespür für Hunger und Sättigung, auf das Eltern vertrauen können. Zudem: Es gibt keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel, alles ist eine Frage der Menge und der Häufigkeit! Wichtig ist ebenfalls, sich als Familie Zeit zu nehmen für die Mahlzeiten und so oft wie möglich gemeinsam zu essen. So schmeckt es nicht nur besser, sondern am Tisch kann man auch zusammen sprechen, was die Freude und den Genuss genauso fördert wie eine entspannte Atmosphäre und eine gute Stimmung bei Tisch. Kinder sind zwar nicht immer offen für neue Lebensmittel – doch: Probieren geht über Studieren! Sei auch in dieser Beziehung ein Vorbild! Kritik und Druck verdirbt nur den Appetit. Lass es das Essen mit allen Sinnen entdecken. Denn was wir sehen, riechen, schmecken, tasten oder hören, kann auch in ihm sowohl Lust als auch Abneigung auslösen. Empfohlen wird ebenfalls, regelmässig zu essen, denn über den Tag verteilte Mahlzeiten fördern die Leistungsfähigkeit und die Konzentration, sobald die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Dann ist auch ein ausgewogenes Frühstück und/oder ein energiereiches Znüni als Zwischenmahlzeit gefragt. Biete Deiner ganzen Familie zu allen Haupt- und Zwischenmahlzeiten viele verschiedene saisonale und nach Möglichkeit regional produzierte Gemüse und Früchte an, denn sie alle enthalten andere wertvolle Inhaltsstoffe. Zu trinken gibt es hauptsächlich Wasser, der Durstlöscher Nummer eins. Das kann ruhig Hahnenwasser sein, denn dies ist in der Schweiz sauber, günstig, überall verfügbar und zudem kalorien- und zuckerfrei und frei von zahnschädigenden Säuren. Pro Tag wird zu vier bis fünf Gläsern geraten.

Linktipp:

Die Schweizer Ernährungsscheibe (erstellt von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, der Gesundheitsförderung Schweiz sowie dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV) fasst die wichtigsten Botschaften für ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Kindern zusammen. Rezepte und Downloads rund um die Ernährung über www.sge-ssn.ch.

Achtsam miteinander kommunizieren

Die Art und Weise, wie Du mit Deinem Kind kommunizierst, hat nicht nur Auswirkungen auf Deine Beziehung zu ihm, sondern prägt auch massgeblich sein Selbstbild und sein Selbstgefühl. Sei achtsam – dann wird es Dein Kind auch!

Vielleicht hast Du es selbst schon erlebt: Wenn Du gestresst und müde bist, reagierst Du schneller aufbrausend gegenüber Deinem Kind als wenn Du fit und ausgeschlafen bist. Dann kannst Du Dich viel gelassener und einfühlsamer gegenüber Deinem Kind verhalten, so dass es sich geliebt und angenommen fühlt. Ein typisches Beispiel ist folgendes: Der Papa kommt abends von der Arbeit nach Hause und der Sprössling springt freudig auf ihn zu, um ihm seine Erlebnisse des Tages zu erzählen. Doch dieser küsst ihn nur ganz flüchtig auf die Backe und verzieht sich mit der Zeitung in ein anderes Zimmer. Das Kind ist frustriert und poltert an die Türe. Jetzt ärgert sich der Vater und will, dass es sofort damit aufhört. Doch jetzt weint es, was den Vater noch mehr ärgert, so dass er ihm keine positive Aufmerksamkeit mehr schenken kann, weil es sich in seinen Augen schlecht benimmt. Der Abend verläuft entsprechend frostig. Schade! Schauen wir zurück: Alles hat mit der Unachtsamkeit des Vaters gegenüber seinem Kind begonnen. Aus dem Bedürfnis des Vaters heraus, erst mal etwas auszuspannen, hat er es übergangen. Dieses reagiert darauf mit Weinen und Stampfen – und am Schluss verstehen sich die beiden gar nicht mehr. Geschehen solche Missverständnisse häufig, können tiefe Brüche in der Beziehung entstehen. Das Kind fühlt sich unverstanden und da es von seinem Vater dann vielleicht zunehmend als schwierig gesehen wird, bestätigt es diese Sicht mehr und mehr durch sein Verhalten.

Selbstverständlich lassen sich solche Unachtsamkeiten nicht immer vermeiden, das ist auch gar nicht das Ziel. Kinder brauchen keine perfekten Eltern, die nie unachtsam sind und keine Fehler machen. Doch als Eltern kann man sich solche und ähnliche Situationen im Alltag bewusst machen und achtsamer darauf reagieren. Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf liebevolle und auch interessierte Art und Weise auch auf uns Selbst richten und lernen, unsere Stimmungen, unsere Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, lernen wir einerseits uns selber besser kennen und können uns andererseits auch besser in unsere Kinder versetzen. Denn unsere Stimmung prägt unsere Sicht auf die Dinge und damit auch unsere Handlungen und unsere Kommunikation.

Wenn wir häufiger versuchen, die Welt mit den Augen unserer Kinder zu sehen und es schaffen, uns in sie und ihre Gedankenwelt einzufühlen und entsprechend auf sie eingehen, dann fühlen sie sich respektiert. Dies wiederum gibt ihnen eine innere Sicherheit, die es ihnen in zukünftigen, schwierigen Situationen erlaubt, ihren Weg zu finden. Gehirnforschungen zeigen es: Die formale Praxis der Achtsamkeit verändert unser Gehirn! In seinem Buch «Das achtsame Gehirn» beschreibt der Autor Daniel Siegel, wie und warum Achtsamkeitspraxis zu unserem und dem Wohlergehen unserer Kinder beitragen kann. Kinder können sich nur von uns Eltern «gefühlt» und «angenommen» fühlen, wenn wir wirklich da sind – mit Körper, Herz und allen Sinnen.

Buchtipps:

Um die Achtsamkeit in den Alltag mit Kindern zu integrieren und zu üben, gibt es zahlreiche Bücher, etwa das Hörbuch «Achtsame Eltern – glückliche Kinder» von Lienhard Valentin mit zahlreichen Tipps und geführten Achtsamkeitsübungen. Erschienen im Arbor Verlag, EAN 9783936855289, CHF 26.90.

Oder: «Glückliche Kinder», Erziehung in Liebe und Achtsamkeit aus der Reihe mitGefühl, von Ronald P. Schweppe. Das Heft umfasst einen 5-Wochen-Kurs mit Einstiegstest und vielen Übungen, wie man sich selbst und seinen Kindern achtsam und urteilsfrei begegnet. Erschienen im Systemed Verlag, ISBN 978-3-95814-000-4, Fr. 4.90

Tagesmutter, Kita oder Krippe?

Die Frage nach der optimalen Kinderbetreuung beschäftigt alle berufstätigen Eltern. Doch welche Variante passt am besten? Was bietet wer und was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Betreuungsformen?

Wer sein Kind extern betreuen lassen möchte, hat die liebe Qual mit der Wahl. Ein Vergleich der verschiedenen Betreuungsformen lohnt sich. Eine Aufstellung:

Tagesmutter

Angebot/Personal: Es gibt sowohl privat arbeitende Tagesmütter als auch solche, die in einem Verein organisiert sind. Das bietet den Vorteil, dass die durch einen Verein vermittelten Tagesmütter oder Tagesfamilien Verträge zur Zusammenarbeit bieten. Wer selbst eine private Tagesmutter sucht, regelt das Betreuungsverhältnis, den Lohn, Ferienregelungen etc. idealerweise ebenfalls vertraglich.

Soziales Umfeld: Die Betreuung erfolgt wie in einer eigenen Familie. Je nach dem hat die Tagesmutter selbst eigene Kinder oder betreut noch weitere. Das kann bedeuten, dass sie weniger Zeit für das einzelne Kind hat.

Förderung: Individuell sehr verschieden.

Betreuungszeiten: Nach Absprache, meist auch möglich, wenn das Kind krank ist.

Kosten: Die Betreuungsplätze, die über einen Verein laufen, werden oft subventioniert und sind abhängig vom Familieneinkommen.

Krippe/Hort

Angebot/Personal: Kinderkrippen gehören zu den familienergänzenden Betreuungsangeboten. Sie betreuen Kinder ab ca. 3 Monaten bis zum Kindergarteneintritt. Kinderhorte bieten während der schulfreien Zeit Betreuung für Kindergarten- und Schulkinder und gelten als schulergänzende Betreuungsart. Sie bieten oft auch einen Mittagstisch an. Sowohl in Krippen als auch in Horten kümmert sich ausgebildetes Personal um die Kinder. So ist eine professionelle Betreuung gewährleistet.

Soziales Umfeld: Es gibt andere Spielkameraden und Betreuungspersonen. Förderung: Die verschiedenen Kontakte fördern das Sozialverhalten.

Betreuungszeiten: Je nach individuellem Angebot der Krippe oder des Hortes. Die Zeiten (auch die Ferienzeiten) können klar geregelt werden. Das macht Aktivitäten gut planbar.

Kosten: In öffentlichen Krippen/Horten richtet sich diese nach dem Einkommen.

Nachteile können sein: Kleine und schüchterne Kinder haben in grösseren Gruppen oft am Anfang Mühe. Zudem kann je nach Gruppengrösse nicht auf jedes Kind individuell eingegangen werden. Ist das Kind einmal krank, darf es nicht in die Krippe gebracht werden. In diesem Fall brauchen Eltern noch eine andere Betreuungslösung. In vielen Krippen bestehen Wartelisten.

Private Betreuung durch Verwandte

Angebot/Personal: Verwandte wie Grosseltern, Freunde oder Nachbarn sind meist keine professionell ausgebildeten Erzieher. So unterscheidet sich ihr Erziehungsstil stark und kann für Konflikte sorgen.

Soziales Umfeld: Privatpersonen sind meist flexibel und springen auch ein, wenn das Kind krank ist.

Förderung: Der Kontakt zu den gewählten Personen wird gestärkt, zusammen wird eine Beziehung aufgebaut. Die Förderung ist so individuell wie die Personen, die dafür gewählt werden.

Betreuungszeiten: Meist sehr flexibel lösbar.

Kosten: Je nach Abmachung eine sehr kostengünstige Lösung.

Linktipps:

www.kibesuisse.ch
www.babysitting24.ch
www.kitaclub.ch

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Mamas Comeback

Viele Frauen legen während der Zeit der Kindererziehung eine Familienpause ein und streben nach Monaten oder Jahren die Rückkehr in Berufsleben wieder an. Weil sich dieses jedoch schnell verändert, ist eine gute Vorbereitung wichtig.

Die meisten Paare, die hierzulande Familie und Beruf miteinander vereinbaren möchten, stehen im Spannungsfeld von Arbeitswelt und Familie. Zwar wird in Politik und Wirtschaft betont, wie wichtig Familien mit Kindern für unsere Gesellschaft seien, doch im Alltag machen junge Eltern häufig andere Erfahrungen. Arbeitsgeber erweisen sich als unflexibel und geeignete Teilzeitstellen sind immer noch rar. Aus Sorge um das Wohl ihres Babys verzichten deshalb immer noch viele Mütter – zumindest anfangs – auf ihre Berufstätigkeit. Doch mit der zunehmenden Selbständigkeit ihrer Sprösslinge planen die meisten Frauen ihre Rückkehr ins Berufsleben. Wer wieder arbeiten möchte, sollte dies Schritt für Schritt planen.

Schritt 1: Ziele formulieren

Bei einem Wiedereinstieg geht es darum, sich folgende Fragen zu beantworten: Was kann ich? Was will ich? Was fehlt mir noch dazu? Zudem: Wie löse ich die Kinderbetreuung? Mache deshalb eine persönliche Standortbestimmung. Wo sind Deine Stärken? Gerade in der Familienarbeit werden Fähigkeiten erworben, die auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und lohnrelevant sein können.

Schritt 2: Wer betreut die Kinder?

Willst Du Familie und Beruf unter einen Hut bringen, benötigst Du für die Kinder eine geeignete Betreuung. Überlege Dir, ob evtl. Dein Partner, die Grosseltern, andere Verwandte oder auch befreundete Nachbarn dafür in Frage kommen. Natürlich werden in der Schweiz verschiedene Modelle zur familienergänzenden Kinderbetreuung angeboten. Allerdings übersteigt vielerorts die Nachfrage das Angebot. Eine frühzeitige Information lohnt sich deshalb. Weitere Infos über: www.kinderkrippen-online.ch oder www.tagesfamilien.ch

Schritt 3: Kontakte knüpfen

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist meist einfacher nach ein paar Monaten Mutterschaftsurlaub als nach einer jahrelangen Pause. Ideal ist es, wenn der Kontakt zur Arbeitswelt gar nie völlig abgebrochen wird, damit der Anschluss daran nicht verloren geht. Empfehlenswert ist es deshalb, ein Teilpensum, um sei es noch so klein, beizubehalten. Wichtig ist auch, den Kontakt zu Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen nicht ganz abreissen zu lassen und arbeitsmarktnahe Beziehungen weiterhin zu pflegen. Vielerorts gibt es auch Kurse für Wiedereinsteigerinnen, die in unterschiedlicher Form und Länge angeboten werden.

Schritt 4: Bewerben – gewusst wie

Eine gute Bewerbung und eine gezielte Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch schaffen Pluspunkte. Informiere Dich vorher über Deinen zukünftigen Arbeitgeber. Auch die Frage nach den Lohnvorstellungen wird sicher gestellt werden. Optimal ist, wenn Du weisst, was Du ungefähr wert bist. Berufsverbände geben bei Unsicherheit gerne Auskunft über branchenübliche Saläre.

Trotzen – die vermeintliche Schwäche

Jedes Kind erlebt bei den unzähligen Lernprozessen, die es durchlebt, immer wieder Frustration, die sich in Aggression, Wut und Trotz zeigen kann. Solche Gefühle sind wichtig und richtig. Eltern können lernen, ruhig und gelassen darauf zu reagieren.

Wievielmal am Tag sagen Eltern und andere Erziehungspersonen zu einem Kind: «Sei nicht so wütend!» und versuchen es zu beschwichtigen. Doch damit missachten sie sein echtes Gefühl, was das destruktive Ausleben der Aggression meist noch fördert. Dass Erwachsene auf Aggression so oft mit Missachtung reagieren, liegt wohl daran, dass Wut, Jähzorn, Aggression und auch Trotz als etwas Negatives betrachtet werden. Dabei gehören diese Gefühle zu den Grundemotionen, genauso wie Liebe, Freude und Trauer. Das Ausdrücken dieser Gefühle macht Sinn. Wichtig dabei ist einzig, dass Kindern ermöglicht wird, ihre Aggression konstruktiv auszuleben. Wie sollen sich also Eltern gegenüber den Wut- und Trotzausbrüchen ihrer Kleinkinder richtig verhalten?

In erster Linie braucht es eine grundsätzliche Akzeptanz gegenüber allen Gefühlen. Diese sind weder gut noch schlecht, sondern notwendiger und sinnvoller Ausdruck von relevanten Informationen. Durch eine ruhig und gelassen ausgedrückte Rückmeldung wie «Ich merke, dass du wütend bist», können sie dem kleinen Trotzkopf zu verstehen geben, dass sie seine Gefühle wahr- und ernstnehmen. Sehr oft reicht dieses «wahr- und ernst genommen-fühlen» bei Kleinkindern, um wieder zur Ruhe zu kommen. Der Kinder- und Jugendpsychologe Jesper Juul bezeichnet diesen Prozess als «Gesunden Konflikt». Wenn Eltern es nicht aushalten, ihr Kind wütend und frustriert zu erleben, unterbrechen sie diesen wichtigen Prozess. Viele Eltern möchten diese «negativen» Gefühle beim Kind vermeiden, um wieder das glückliche und zufriedene Kind vor sich zu haben. Sie geben ihrem trotzenden Kind nach, obwohl sie wissen, dass dies nicht zielführend ist.

Meist ist es sinnvoll, einen Schritt zurückzutreten und abzuwarten, bis sich die emotionalen Wogen etwas geglättet haben, um dann den aufrichtigen Dialog mit dem Kind zu suchen und zu verstehen, was seinen Ärger, seine Wut oder seine Trotzreaktion verursacht hat. Ergreift man stattdessen Partei, bewertet, moralisiert und macht Vorwürfe, wird die Not des betroffenen Kindes wachsen und sein Verhalten massiver werden. Darf ein Kind alle Gefühle zeigen und erfährt es, dass es darin nicht bewertet, sondern wahrgenommen und verstanden wird, braucht es keine Zuspitzung seines Verhaltens, um auf existenzielle Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Denn paradoxerweise führt nicht die Tabuisierung von Aggression zu weniger Gewalt, sondern ihre Akzeptanz. Aggressive Gefühle auszudrücken gehört zum gesunden Verhaltensrepertoire von Menschen. Erst die Tabuisierung und Geringschätzung führt zu destruktiven Varianten wie beispielsweise Gewalt. Geben wir also den Kindern in den Beziehungen zu Hause und in der Schule die Chance, sich ganz zu zeigen, mit den schönen, aber auch den schmerzhaften und abgrenzenden Gefühlen. Helfen wir ihnen zu differenzieren zwischen dem, was sie fühlen, und dem, was sie tun, damit sie in der Beziehung zu sich und zu anderen Verantwortung übernehmen lernen. Dazu braucht es Regeln, eine gute Portion Konsequenz, eine liebevolle Kommunikation sowie eine ruhige und gelassene Grundhaltung.

Schlaf, Kindlein schlaf...

Der Schlafbedarf ist in jedem Alter sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es keine allgemeingültige Regel, wie viel Schlaf ein Kind in einem bestimmten Alter benötigt. Wenn Kleinkinder älter werden, lernen sie zwar nachts am Stück zu schlafen, dafür zeigen sie vermehrt Einschlafprobleme. Was gilt es zu beachten?

Ein Thema, das viele Eltern während Monaten oder sogar Jahren beschäftigt, ist der Umstand, dass ihr Kind nicht alleine schlafen möchte. Im Laufe des zweiten Lebensjahrs beginnt es, sich selbst bewusst als Person wahrzunehmen und sich von anderen abzugrenzen. Mit dem Auftreten der Selbstwahrnehmung wird es sich, wenn es nachts aufwacht, auch bewusst: Ich bin allein. Seine Trennungs- und Verlassenheitsängste sind unterschiedlich gross. Es gibt Kinder, die verfügen schon früh über die Fähigkeit, sich selber zu beruhigen und sich selber ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Andere brauchen in solchen Momenten die Nähe der Eltern und schleichen sich nachts ins Elternbett. Was tun? Vielleicht fühlst Du Dich durch die Anwesenheit Deines Kindes nicht gestört. Denn wenn sich alle wohl fühlen, ist dagegen nichts einzuwenden. Gemeinsames Schlafen von Eltern und Kindern ist in zahlreichen Gesellschaften weit verbreitet. Viele Eltern möchten ihre Kinder nicht im eigenen Bett, haben aber nichts dagegen, wenn es im gleichen Zimmer schläft. Eine Matratze neben dem Elternbett ist dann eine einfache Lösung.

Immer gleich ablaufende Einschlafrituale helfen dem Kind beim Ein- und Durchschlafen. Kinder brauchen regelmässige Abläufe, an denen sie sich orientieren können. Dabei spielen Rituale und Routinen, die dem Kind signalisieren, was als Nächstes kommt, eine grosse Rolle. Ereignisse werden so voraussehbar und vermitteln dadurch Sicherheit und Geborgenheit. Das Einschlafritual soll das Kind zum Schlafen hinführen, einschlafen sollte es möglichst ohne die Anwesenheit der Eltern.

5 Tipps, um leichter einzuschlafen

  1. Vor dem Einschlafen zur Ruhe kommen: Viel Bewegung am Tag ist gut und förderlich für den Schlaf, weil das Kind dann richtig müde ist.
  2. Achte darauf, dass mit wilden Spielen und Toben spätestens eine Stunde vor dem Schlafen Schluss ist und Dein Kind langsam zur Ruhe kommt. Singe ihm etwas vor oder erzähle ihm eine ruhige Gutenachtgeschichte.
  3. Fernsehen und andere Bildschirmmedien sind in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen tabu.
  4. Kuscheltiere, Schnuffeltücher etc. können bei kleinen Kindern eine grosse Hilfe beim Ein- und Durchschlafen sein. Sie dienen als sogenannte «Übergangsobjekte», die die abendliche Trennung von den Eltern erleichtern und «Elternersatz» sind.
  5. Vermeide äussere Schlafstörer wie Licht und Lärm, keine üppigen Mahlzeiten am Abend – zwischen Abendessen und Schlafengehen sollte mindestens eine Stunde liegen – und keine Getränke abends, die anregende Substanzen enthalten wie Cola, Eistee etc. Zudem sollte die Wohnung möglichst rauchfrei sein.

Für jedes Alter gilt: Ein Kind kann nur soviel schlafen, wie es seinem Schlafbedarf entspricht. Muss es mehr Zeit im Bett verbringen, agiert es mit Widerstand bei den Vorbereitungen zum Schlafen, zeigt Einschlafprobleme oder kann nicht durchschlafen. Mit einem Schlaf-Wachprotokoll, dass während 14 Tagen geführt wird, kannst Du den persönlichen Schlafbedarf Deines Kindes ermitteln. Notiere nach jeder Nacht, wie viele Stunden Dein Kind effektiv geschlafen hat. Die gesamten Schlafstunden teilst Du dann durch die Anzahl Tage, an welchen Du die Schlafzeiten aufgezeichnet hast. Die Bettzeit des Kindes sollte den berechneten Schlafbedarf nicht übersteigen.

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Meilensteine in der Kleinkindentwicklung

Säugling, Baby, Kleinkind, Kind – die ersten Lebensjahre sind sowohl für die Kleinen selbst als auch für Eltern eine spannende und intensive Zeit! Selbstverständlich schreitet auch die Entwicklung in Riesenschritten voran – die Meilensteine im Überblick.

«Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht». Dieses Sprichwort soll aus Afrika stammen und ist ein wunderbares Bild für afrikanische Gelassenheit. Gelassenheit, die Eltern auch hierzulande im Umgang mit ihren Kindern gut gebrauchen können. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, deshalb ist es nicht sinnvoll oder sogar kontraproduktiv, Entwicklungsprozesse beschleunigen zu wollen. Lass Deinem Kind Zeit – Zeit, die es braucht, um sich zufrieden und selbstbewusst entwickeln zu können. Genauso unterschiedlich wie sich Kinder entwickeln, wachsen sie auch unterschiedlich rasch und sind daher bereits bei der Geburt verschieden gross und schwer. So beträgt das Geburtsgewicht im Durchschnitt für Mädchen 3300 Gramm und für Jungen 3500 Gramm. Einige Neugeborene sind jedoch lediglich 2500 Gramm schwer, während andere bis zu 4500 und mehr Gramm auf die Waage bringen. Die durchschnittliche Körperlänge von Neugeborenen ist ungefähr 50 bis 52 Zentimeter. Trotzdem sind auch hier die einen 46 und die anderen bereits 55 Zentimeter gross. Diese Unterschiede in Gewicht und Grösse bleiben in den folgenden Lebensjahren erhalten oder nehmen noch zu. Weil also Kinder in jedem Alter unterschiedlich gross und schwer sind, kann das Wachstum nur richtig eingeschätzt werden, wenn die normale Streubreite von Gewicht und Länge berücksichtigt und der individuelle Wachstumsverlauf betrachtet wird. Dies können beispielsweise Kinderärzte mit sogenannten Perzentilenkurven erfassen, die die Verteilung der Körpermasse in einer bestimmten Altersperiode aufzeigt. Nach dem ersten Lebensjahr sorgen sich Eltern kaum mehr um das Wachstum ihres Kindes. Sie haben aufgehört, ihr Kind zu wiegen und zu vermessen, denn sie beginnen darauf zu vertrauen, dass sich das Wachstum so wie bisher fortsetzt. Auch die körperliche Entwicklung im zweiten und dritten Lebensjahr ist nicht mehr so spektakulär wie im ersten Lebenjahr – das Wachstum geht langsamer vor sich.

Auch die grob- und feinmotorische Entwicklung ist im Wesentlichen ein Reifungsprozess, der von Kind zu Kind unterschiedlich rasch abläuft und bis in die Pubertät dauert. In den ersten Lebensmonaten lernt das Baby, seine Körperhaltung gegen die Schwerkraft aufrechtzuerhalten. In der zweiten Helfe des ersten Lebensjahres beginnt es, sich fortzubewegen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass eine motorische Funktion wie beispielsweise das freie Gehen durch Üben nicht beschleunigt wird. Zudem besteht kein Zusammenhang zwischen dem Tempo der motorischen Entwicklung und demjenigen anderer Entwicklungsbereiche. Ein Kind, das sich motorisch langsam entwickelt, kann sprachlich weit fortgeschritten sein und umgekehrt.

Die meisten Kinder durchlaufen den Spracherwerb ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Bis zu 15 Prozent jedoch beginnen nicht wie erwartet mit zwei Jahren zu sprechen. Etwa die Hälfte von ihnen lässt sich einfach viel Zeit, bis sie die ersten Wörter sagen. Auf dem Weg zur Sprache sind Eltern die wichtigsten Begleitpersonen ihrer Kinder, denn sie können die Neugier des Kindes befriedigen und damit durch ihre Präsenz und Aufmerksamkeit den Spracherwerb unterstützen. Es lernt und erlebt, dass die Wörter stellvertretend für die Dinge der Welt stehen und dass es über die Sprache mit anderen Menschen in Verbindung treten und etwas bewirken kann.

Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist es, ihr Kind in seinem Streben nach Selbständigkeit zu unterstützen. Das entwicklungsgerechte Selbständigwerden ist ein wichtiger Baustein für das Selbstvertrauen des Kindes. So führt unter anderem die sozioemotionale Entwicklung im Verlauf des zweiten Lebensjahres zu tiefgreifenden Verhaltensänderungen, beispielsweise zur «Ich-Entwicklung». Das Kind nimmt sich selbst und andere Menschen als eigenständige Personen wahr und beginnt die Gefühle anderer Menschen nachzuempfinden und sich einfühlend zu verhalten. Es beginnt, seinen eigenen Willen durchzusetzen. Gelingt ihm dies nicht, äussert es seinen Unwillen je nach Temperament in unterschiedlich starken Trotzredaktionen, die zur normalen Entwicklung im zweiten bis fünften Lebensjahr gehören. Ebenfalls im zweiten Lebensjahr beginnen Kinder in Bezug auf bestimmte Körperfunktionen selbständig zu werden: selber essen und trinken, Kleidungsstücke an- und ausziehen, aufs Töpfchen oder aufs WC gehen usw.

Buchtipp:

«Babyjahre», Remo H. Largo, Serie PIPER

Junge Eltern

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