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Babytagebuch: der erste Monat

Ein neues Leben ist auf dieser Welt und in der Familie angekommen. Die ersten vier Wochen mit dem Neuankömmling sind eine intensive Zeit für Alle. Das Baby wächst in dieser Zeit wahnsinnig schnell und macht bereits erste Fortschritte in der Entwicklung. Auch für uns frischgebackenen Eltern ist es eine intensive Zeit mit vielen Gefühlen und wenig Schlaf. Unsere Tochter ist nun bereits einen Monat bei uns und ich berichte darüber – im ersten Teil meines Babytagebuchs für Lidl Family.

Das Leben ausserhalb beginnt

Fast 40 Wochen war mein Baby in meinem Bauch, wurde von meinem Körper versorgt und beschützt. Von einem Moment auf den anderen, ändert sich für das kleine Wesen alles. Es ist nicht mehr geschützt, es muss selber atmen und Nahrung aufnehmen. Jetzt, ausserhalb meines Körpers, gebe ich meinem Baby aber weiterhin viel Nähe und Geborgenheit. Das ist essenziell, um Urvertrauen zu entwickeln. Dieses Urvertrauen bildet die Grundlage für Dinge wie Selbstwertgefühl, Liebesfähigkeit und Vertrauen in andere und die Welt. Also etwas, das ich meinem Baby unbedingt für sein Leben mitgeben möchte. Angst, das Baby damit zu verwöhnen, muss niemand haben. Ein Baby kann man nicht zu sehr verwöhnen - es gibt nie zu viel Liebe, Nähe und Geborgenheit.

Die ersten Tage im Spital

Die ersten Stunden nach der Geburt hat meine neugeborene Tochter viel geschlafen und kaum getrunken. Sie erbrach viel Fruchtwasser, was sie noch im Mutterleib geschluckt hatte. Als das nach etwa 24 Stunden draussen war, fühlte sie sich sichtlich wohler. Wie alle Babys, hat auch sie anfangs an Gewicht verloren. Doch bereits nach 4 Tagen ging es wieder aufwärts auf der Waage. Der Kinderarzt war zufrieden mit ihr und so konnten wir schon bald nach Hause zum Papi und zum frischgebackenen (und mega stolzen) grossen Bruder.

Der Stillstart

Im ersten Monat verbringt man viel, sehr viel Zeit mit dem Stillen. So auch wir zwei. Wir hatten grosses Glück und unser Stillstart ist perfekt gelungen. Sie wusste von Anfang an, was zu tun ist. Aber ganz ohne Schmerzen verlief auch dieser Start nicht. Am meisten gelitten habe ich unter den Nachwehen. Kurz nach der Geburt waren diese, vor allem während und nach dem Stillen, sehr schmerzhaft. Doch als die Nachwehen und auch der Milcheinschuss überstanden waren, konnte ich es richtig geniessen. Wir wurden rasch ein gutes Team und wir hatten schnell einen Rhythmus von ca. 2.5 Stunden. Nach ein paar Tagen merkte man, dass sie Tag und Nacht bereits unterscheidet. Denn die Abstände waren nachts länger als am Tag. Ich bekam also sogar etwas Schlaf ab, juhu!

Mein Tipp: Hab immer etwas zu trinken griffbereit. Stillen macht mächtig durstig und dein Körper sollte immer gut hydriert sein.

Nuggi – ja, nein, vielleicht?

Schon nach etwa einer Woche hatte ich das Gefühl, dass meine Tochter eine Art zusätzliches Saugbedürfnis hat. Also saugen möchte, ohne Hunger zu haben. Sie nuckelte nach dem Stillen meist nochmal kurz an der Brust um einzuschlafen. Deshalb stand zu dieser Zeit bereits das Thema Nuggi im Raum. Wenn man sich ins Thema einliest, merkt man schnell, dass einiges dafür aber auch dagegen spricht und sich die Geister dabei zu scheiden scheinen. Sowohl bei der Entscheidung Nuggi oder kein Nuggi, als auch bei der Wahl des Nuggis. Ich habe es deshalb beim Besuch bei der Mütter- und Väterberatung in unserer Gemeinde angesprochen. Voll gestillte Babys sollten normalerweise frühestens mit etwa 4 Wochen (oder dann, wenn sich das Stillen eingependelt hat) das erste Mal einen Nuggi bekommen. Davor besteht die Gefahr einer Saugverwirrung. Unsere Tochter hatte zu dieser Zeit bereits einen erkennbaren Rhythmus und gut zugenommen, weshalb die Beraterin uns ein OK für den Nuggi gegeben hat. Ich habe dann noch zwei weitere Wochen abgewartet, auf mein Bauchgefühl gehört und dann entschieden, den Nuggi einzusetzen – sie hat ihn sofort akzeptiert.

Das erste Bad und die Babypflege

Mit dem ersten Bad haben wir uns Zeit gelassen. Es soll gut für die Haut sein, wenn die Käseschmiere richtig einziehen kann und die zarte Babyhaut nicht zu schnell und auch nicht zu oft gebadet wird. Besonders jetzt in den Wintermonaten. Deshalb wurde sie erst nach etwa drei Wochen das erste Mal gebadet – zu Hause und ganz in Ruhe. Das war für uns Eltern und für den grossen Bruder ein grosses Ereignis. Auch dem jüngsten Familienmitglied schien es im lauwarmen Wasser gut gefallen zu haben. Der Nabel war zu dieser Zeit bereits abgefallen. Nach dem Bad wurde sie gut abgetrocknet und mit etwas Babyöl massiert. Den Kopf habe ich mit einer Babybürste ebenfalls sanft massiert. Das regt die Durchblutung an und beugt Milchschorf vor.

Eigentlich braucht Babyhaut nichts (ausser etwas Wasser für die Reinigung). Jedoch hat unsere Tochter sogenannte Neugeborenenakne, oder auch Babyakne, entwickelt und ich habe der Haut im Gesicht deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Als sich die Neugeborenenakne mit kleinen Pickelchen auf der Stirn bemerkbar gemacht hat, habe ich die Stelle mehrmals täglich mit Muttermilch betupft. Im späteren Verlauf waren ein paar Stellen im Gesicht ziemlich ausgetrocknet. Diese Partien habe ich mit einer Salbe etwas gefettet. Ansonsten habe ich nichts ausprobiert, denn das Ganze braucht einfach seine Zeit, ist harmlos und geht bald ganz von alleine wieder weg.

Schlafen, trinken, wickeln, repeat

«Die schläft ja immer!» Ja, ein Baby schläft anfangs echt viel. Aber bereits im ersten Monat gibt es längere oder kürzere Wachphasen. Plötzlich war sie nämlich wacher und schaute einem richtig tief in die Augen. Sie reagierte auf unsere Gesichter und Stimmen. Diese waren übrigens auch das einzige „Spielzeug“, das in den ersten Wochen zum Einsatz gekommen ist. Mehr als uns Eltern braucht ein Baby in dieser Zeit noch nicht. Aber um auf die Unterstellung vom Anfang zurückzukommen: JA -  schlafen, trinken und gewickelt werden bestimmen den Tagesablauf. Aber man lernt sich dabei auch super kennen.

Die erste Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt

Natürlich wird jedes Baby bereits im Spital das erste Mal von einem Kinderarzt untersucht. Doch am Ende des aufregenden ersten Monats, steht der erste Termin beim eigenen Kinderarzt des Vertrauens an. Ich habe darauf verzichtet, mein Baby regelmässig wiegen zu lassen (nachdem das Geburtsgewicht überschritten wurde!) oder gar zu Hause zu wiegen und war deshalb gespannt auf das Gewicht und die Grösse unseres Schatzes. Beim Kinderarzt wird der Wachstumsverlauf mittels einer Perzentilenkurve kontrolliert, die man sich vom Arzt natürlich zeigen lassen darf, wenn er das nicht sowieso tut. Die Masse unserer Tochter waren tiptop und perfekt in «ihrer» Kurve.

Bildbeschreibung:
Die Perzentilenkurve von Mädchen im Alter von 0-2 Jahren mit Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation).

Bildquelle: 
https://www.swiss-paediatrics.org/sites/default/files/div/wachstumskurven/perzentilen_2012_09_15_sgp_d.pdf

Bald berichte ich, im nächsten Teil des Babytagebuchs, vom 2. und 3. Lebensmonat des Babys und was uns in dieser Zeit bewegt und beschäftigt hat.