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Babytagebuch: 7. – 9. Monat

Jetzt wird die Welt unsicher gemacht! Babys fangen nun an, sich fortzubewegen – manchmal auf ihre ganz eigene Weise. Sie drehen sich, robben, krabbeln. Damit das nicht zum Problem wird, sollte das Zuhause babysicher gemacht  und eine Ja-Umgebung geschaffen werden.

Krabbeln und stehen
Etwa in dieser Zeit fangen Babys an zu krabbeln. Dass aber jedes Kind unterschiedlich ist und sein eigenes Tempo hat, hat meine Tochter mir auch hierbei gezeigt. Sie war auch mit knapp 9 Monaten noch sehr zufrieden, wenn sie an Ort und Stelle ihr Spielzeug begutachten konnte. Einen Drang sich fortzubewegen hatte sie bis dahin nicht. Andere Babys möchten das gerne, aber es klappt nicht. Und wieder andere haben es schnell raus und krabbeln bald los. Alles davon ist richtig.

Eine Ja-Umgebung schaffen
Wenn es dann soweit ist und das Baby krabbelt, birgt das auch viele neue Gefahren. Vasen, die zerbrechen können, Pflanzen, die ausgebuddelt werden können sowie andere Gefahrenquellen wie Steckdosen, Tischkanten, Stromkabel, Treppen etc. Das Wichtigste für mich ist, dass sich ein Baby nicht ernsthaft verletzen kann. Also: alles, was lebensgefährlich ist, muss zwingend weg oder gesichert werden. Alles, was einem persönlich wichtig ist oder einen besonderen Wert hat – ebenfalls wegstellen. Je mehr solcher Dinge in Reichweite sind, desto öfter sage ich «Nein». Und ganz ehrlich? Ich sage nicht gerne Nein. Natürlich muss es im Zusammenleben manchmal sein. Aber je weniger «Nein», desto angenehmer für alle. Also schaffe ich eine Ja-Umgebung. Eine Umgebung für das Baby, die möglichst wenig ein «Nein!» erfordert. Es ist also wichtig, nur das in Reichweite des Babys zu haben, was das Baby auch erkunden darf.

Laufgitter, das Babygefängnis?
Okay, die Bezeichnung ist aufgrund der Erscheinung des Laufgitters mit seinen Gitterstäben naheliegend. Aber so negativ wie die Bezeichnung, ist dieses Hilfsmittel nicht. Solange man es niemals als Bestrafung einsetzt! Denn Laufgitter können unter Umständen durchaus praktisch sein, sofern das Kind gerne darin ist. Man kann kurz etwas in einem anderen Raum erledigen oder das Kind schützen, wenn ein Hund oder ungestüme Kids zu Besuch sind. Bei meinem ersten Kind hatte ich eins im Wohnzimmer. Mein Sohn zog sich gerne daran hoch und machte seine ersten Schritte um den Laufstall. Zudem kann er umfunktioniert werden zu einer Art Höhle als Rückzugsort oder für das grössere Kind, um in Ruhe Legotürme zu bauen.

Fremdes und Vertrautes
Das Kind unterscheidet immer mehr Vertrautes und Unvertrautes. Dinge, Orte und vor allem – Menschen. Die Bezugspersonen sind besonders vertraut. Dort fühlt man sich wohl, kann entspannen und sich sicher fühlen. Auf unbekannte Personen reagieren viele Babys irritiert. So auch unsere Tochter und das über die klassische Fremdel-Phase hinaus. Sie mochte nicht von Fremden gehalten, geknuddelt, gestreichelt oder manchmal auch gar nicht erst angesprochen (oder angeschaut ;)) werden. Sie reagierte mit Weinen. Das sollte immer respektiert werden. Setzt Euch für euer Kind und seine Grenzen ein. Auch wenn der «Fremde» die Oma, der Onkel oder der Götti ist.

Kleine Spiele
Babys fangen nun an Spiele zu verstehen und zu mögen. Zum Beispiel das klassische «Gugus – dada!». Wenn ich mich hinter der Wand verstecke, erinnert sich meine Tochter, dass ich da bin und weiss genau, dass ich hinter der Wand warte. Sie schaut gespannt zu und findet es lustig, wenn ich dann mit fröhlicher Mimik wieder hervorschaue. Alles, was Töne und Musik macht, ist hier auch besonders angesagt. Egal ob Topf und Kelle, Ball und Boden oder besonderes Babyspielzeug. Auch die eigene Stimme ist interessant und wird bei jeder Gelegenheit ausprobiert.

Und es gibt noch so viel mehr zu entdecken!

Foto: Irina Bottlang