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Babytagebuch: 2. – 3. Monat

Es ist zwar erst wenige Wochen her, dass dieser kleine Mensch noch in meinem Bauch war – aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne unser neues Familienmitglied war. Unser zweites Kind ist jetzt drei Monate alt. Die letzten beiden Monate waren aufregend, neu und voller Eindrücke. Für uns als Familie, aber auch für unsere kleine Tochter. Das Wochenbett ist vorbei, das Baby ist kein Neugeborenes mehr und langsam kehrt der Alltag ein.

Angekommen

Nach den ersten paar Wochen passierte klammheimlich etwas Grosses. Das Baby kam in der Welt an. Also so richtig an, meine ich. Es ist wacher, kriegt langsam mit, was um es herum geschieht und hat seinen Platz in der Familie eingenommen. Wir lernen uns immer besser kennen, etwas Alltag und Routine kehrt ein. So schön die ersten Wochen auch waren, so froh bin ich darüber, dass nun etwas Normalität zurück ist. Natürlich haben wir noch keinen einheitlichen Tagesablauf oder fixe Schlafens- und Essenszeiten. Aber das hat auch noch Zeit – viel, viel Zeit.

Tragehilfe oder Kinderwagen?

Jetzt, mit zwei Kindern, muss man sich beim Rausgehen wieder etwas neu organisieren. Nehme ich den Kinderwagen, um den Zvieri für den Spielplatz darin zu transportieren oder doch das Tragetuch, um das Kleinkind an die Hand nehmen zu können? Oder doch den Kinderwagen, damit der Grosse an der vielbefahrenen Strasse aufs Mitfahrbrett stehen kann? Aber wenn ich trage, ist das Baby bestimmt länger zufrieden… ein tägliches kleines Dilemma. Aber das Gute ist ja – man muss sich nicht für das Eine und gegen das Andere entscheiden. Manchmal nehmen wir den Kinderwagen, manchmal das Tragetuch. Beides hat seine Vorteile.

Und welche Tragehilfe wähle ich?

Bei meinem ersten Kind habe ich mich wenig mit dem Thema «Tragen» auseinandergesetzt und mich für eine möglichst günstige Variante eines elastischen Tragetuchs entschieden, falls mein Baby das Tragen nicht mag. Das war okay, aber ich bin froh, dass ich jetzt beim zweiten Kind etwas besser informiert bin. Denn ohne das Tragen wäre mein Alltag deutlich unentspannter. Das Tragen ist praktisch und vermittelt meinem Baby Nähe und Geborgenheit. Die ersten zwei Monate habe ich meine Tochter am liebsten im elastischen Tuch getragen. Danach bin auf ein gewobenes Tuch umgestiegen. Es gibt aber auch andere Tragehilfen, die bereits für ganz kleine Babys geeignet sind. Ich habe mich online, vor allem auf verschiedenen Blogs, über das Tragen und die verschiedenen Möglichkeiten informiert. Es gibt aber auch tolle Beratungsangebote und Testmöglichkeiten in der ganzen Schweiz.

Unruhige Abendstunden

Wir haben eigentlich ein ziemlich zufriedenes Baby. Wirklich. Ausser abends. Ab etwa 18 Uhr wurde sie plötzlich unzufriedener, hatte öfter mit Bauchschmerzen zu kämpfen, liess sich schlechter beruhigen als sonst. Ausserdem war Dauerstillen angesagt. Obwohl meine Tochter mein zweites Stillkind ist, wusste ich erst nicht, ob das «normal» ist. Aber das ist es. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Clusterfeeding. Das abendliche Dauerstillen hilft dabei, die Milchmenge entsprechend dem Bedarf des Kindes anzupassen. Ausserdem tankt das kleine Baby zusätzlich noch Nähe. Diese hilft ihm, die vielen neuen Eindrücke und Reize des Tages zu verarbeiten. Also alles völlig normal und gesund. Das zu wissen, hilft auf jeden Fall beim Durchstehen dieser doch sehr kräftezehrenden Abende. Alles was ich tun konnte, war, es mir in dieser Zeit so gemütlich wie möglich zu machen. Nach ein paar Tagen gehörte dieses Phänomen bereits wieder der Vergangenheit an und die Abende wurden wieder ruhiger.

Die erste Impfung

Mit zwei Monaten wird ein Baby das erste Mal geimpft. Nach dem aktuellen Impfplan in der Regel mit der Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, HiB, Polio und Hepatitis B. Der Kinderarzt kennt die aktuellen Impfempfehlungen und berät bei Unsicherheiten. Impfungen sind wichtig, weil sie Infektionskrankheiten oder ihre Komplikationen am wirksamsten verhindern können. Der Pieks ist für fast alle Babys unangenehm. Ein vor Schmerz schreiendes oder weinendes Baby tut dem Mama-Herz weh, ganz klar. Aber wir haben für uns entschieden, dass es ein notwendiges Übel ist und wir unsere Kinder (und damit auch ihr Umfeld) gegen diese gefährlichen Krankheiten schützen möchten. Weitergehende Informationen findet man zum Beispiel auf https://www.infovac.ch/

Babyentwicklung – Das erste bewusste Lächeln

In diesen wenigen Wochen hat unsere kleine Tochter wahnsinnig viele Fähigkeiten entwickelt. Die Nackenmuskulatur wird immer kräftiger und sie kann den Kopf immer besser selber halten und heben. Sie greift Dinge und das (gefühlt) jeden Tag mit etwas mehr Präzision. Ausserdem hat sie das erste Mal bewusst gelächelt. Wenn man mit ihr spricht, reagiert sie mit unfassbar süssen Lauten. Davon kann man kaum genug bekommen.

Vom Schlafen und Nicht-Schlafen

Eines der grössten Themen im ersten Babyjahr ist wohl der Schlaf. Beziehungsweise der Nicht-Schlaf der jungen Eltern. Kaum ein Kind kommt auf die Welt und schläft nachts durch. So auch unseres nicht. An den neuerworbenen Schlafmangel muss man sich erst gewöhnen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Ich dachte, mein Sohn, der inzwischen 2.5 Jahre alt ist, wäre ein relativ guter Schläfer gewesen. Er hatte nach ein paar Wochen einen nächtlichen Rhythmus von 3-4 Stunden und immer mal wieder Phasen, in denen er etwas schlechter geschlafen hat oder öfter wach wurde. Aber ich war zufrieden damit. Mehr konnte ich nicht erwarten, oder? Dann, mit etwa eineinhalb Jahren, hat er seine erste Nacht durchgeschlafen. Super! Als dann unser zweites Kind mit etwa zehn Wochen das erste Mal durchgeschlafen hat, bin ich aus allen Wolken gefallen. Das geht?! Die Moral von der Geschichte ist, dass jedes Kind zu einem anderen Zeitpunkt schlafen lernt. Es kann weder antrainiert noch mit Hilfsmitteln (z.B. Schoppenzusatz am Abend) gefördert werden. Die erste Zeit ist hart, ich weiss. Aber bald sind sie gross und diese Zeit, in der wir kaum Schlaf bekommen haben, war kurz. Da bin ich mir sicher.